Die Jungen Bürger zu Gast bei Oettinger

26.04.2006 ·


Oettingen – Die Förderung und Interessenvertretung der heimischen Betriebe und damit verbunden auch den Erhalt bzw. Ausbau der Arbeitsplätze im Landkreis haben sich die Jungen Bürger Donau-Ries als Programmpunkt auf ihre Fahnen vor allem im Hinblick auf die Kreistagswahlen 2008 geschrieben. Und so sollen in den nächsten Monaten immer wieder regionale Unternehmen besucht werden und mit der jeweiligen Firmenleitung, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein reger Meinungsaustausch vor Ort stattfinden.

Der erste Besuch dieser Art führte die Kreisvorstandschaft der Jungen Bürger um den Vorsitzenden Ulrich Jaumann mit den beiden Kreisräten Erwin Taglieber und Josef Reichensberger nach Oettingen zur dortigen Brauerei um vom Senior-Chef Günther Kollmar und seinem Geschäftsführer Michael Mayer die Erfolgsgeschichte von Oettinger als mittlerweile meistgetrunkenem Gerstensaft in Deutschland – mit 6,4 Millionen Hektoliter pro Jahr zu erfahren. Nach einer Führung durch die Produktionsstätten stellten sich Günther Kollmar und Michael Mayer in der Brauereiwirtschaft in Fürnheim den Fragen der Jungen Bürger.

Das Erfolgsrezept der Brauerei ist in wenigen Stichworten zu umschreiben: man verzichtet komplett auf Zwischenhändler und leistet sich einen Direktvertrieb, der für seine Branche einmalig ist. Die ca. 12.000 Supermärkte, Tankstellen und Getränkemärkte, die Oettinger-Bier verkaufen, werden von den 180 firmeneigenen Lkw beliefert. Auch beteiligt sich die Brauerei nicht an der kostspieligen Werbeschlacht der Mitbewerber in Zeitungen, Radio und Fernsehen. Günther Kollmar, seine Familie und die Geschäftsführung halten viel von der Mund-Propaganda, die natürlich nur funktioniert, wenn ein Produkt nicht nur preisgünstig ist, sondern auch hohen Qualitätsansprüchen genügt. Die sechs Millionen Flaschen, die deutschlandweit jeden Tag verkauft werden, geben Oettinger mit dieser Strategie Recht. Die Brauerei beschäftigt mittlerweile über 1100 Mitarbeiter an sechs Standorten – davon allein 350 in Oettingen; auch die Ausbildungsquote kann sich sehen lassen – von den insgesamt 40 Auszubildenden sind 10 am Standort Oettingen beschäftigt. Und dabei ist Oettinger-Bier trotz der Größe ein Familienbetrieb geblieben, in dem die „offene Tür“ bei der Firmenleitung selbstverständlich ist und die hohe Motivation der Mitarbeiter einen großen Teil des Unternehmenserfolgs ausmacht. Wie sehr dies gelebt wird, und nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, konnten die Jungen Bürger hautnah erleben. Beim Rundgang durch die Produktionsstätte war die gegenseitige Begrüßung zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern obligatorisch.

Aber auch im Erfolg treibt die Macher von Oettinger-Bier ein aktuelles Thema um, das die Kostenseite der Brauerei belasten würde. Denn neben der mittlerweile immensen Kraftstoffpreise ist das Thema Maut ganz oben auf der Agenda zu finden. Neben den Kosten durch die Benutzung der Autobahnen würde den Direktvertreiber mit seiner LKW-Flotte natürlich ein Fahrverbot auf den Bundesstraßen um Nördlingen/Oettingen und das angrenzende Baden-Württemberg empfindlich treffen. Und so hofft Günther Kollmar auf die Einsicht der Politiker in Bund und Freistaat und bat gleichzeitig die Jungen Bürger im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf tragfähige Lösungen hinzuwirken und so den Standort Donau-Ries zu stärken. Der Kreisvorsitzende der Jungen Bürger Ulrich Jaumann sagte dem Firmenchef im Namen der Vorstandschaft das Bemühen um eine Mitwirkung an einer sinnvollen und machbaren Lösung zu, und bedankte sich für den offenen Meinungsaustausch mit den Jungen Bürgern Donau-Ries.

Text und Bild: Jürgen Raab (jr)

 

Betriebsbesichtigung Oettinger
Auf dem Foto sind zu sehen (von links): Josef Reichensberger, Josef Fackler, Erwin Taglieber, Erwin Michel, Alfred Raab, Ulrich Jaumann, Elke Jaumann, Michael Mayer

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