455 mal Hilfe durch die Katholische Jugendfürsorge im Kreis

22.05.2006 ·

Besuch der Jungen Bürger

Donauwörth – Einen weiteren Programmpunkt der Jungen Bürger Donau-Ries (JB) auf dem Weg zu den Kreistagswahlen 2008 stellt das Sozialwesen dar. Um auch hier hautnah die praktische Arbeit erleben zu können, wurde durch den JB-Kreisrat Josef Reichensberger mit dem Leiter des Erziehungs- und Jugendhilfeverbundes (EJV) Nordschwaben Diplom-Psychologe Dr. Peter Winter ein gemeinsamer Termin vereinbart, in dem dieser seine Einrichtung und ihre Aufgaben vorstellte. So war die Kreisvorstandschaft der Jungen Bürger um ihren Vorsitzenden Ulrich Jaumann doch recht angetan von der Leistung des EJV, denn aus den Anfängen im Jahr 1976 mit zwei Mitarbeitern wurde mittlerweile eine aus dem Landkreis nicht mehr wegzudenkende Einrichtung, die jährlich ca. 450 Kindern und Jugendlichen bzw. deren Familien Hilfe in schwierigen sozialen Situationen bringt. Dabei reicht die Palette an Hilfen des EJV mit seinen Standorten Donauwörth und Nördlingen von der Psychologischen Beratungsstelle über den Logopädischen Fachdienst und den Sozialpädagogischen Fachdienst bis hin zur Heil- bzw. Sonderpädagogischen Tagesstätte. Durch die Vernetzung dieser Dienste kann den Betroffenen jederzeit die für sie richtige Unterstützung geboten werden.

In der Diskussion mit den Jungen Bürgern zeigte sich denn auch die Hauptursache für Probleme bei den Heranwachsenden – Schlagworte wie Flexibilität, Individualität und Komplexität bestimmen das moderne Leben, dabei sind laut Dr. Winter gerade „Kontinuität, Werte und vor allem Zeit für Kinder unverzichtbare Bausteine in ihrer persönlichen Entwicklung“. So verwundert es nicht, wenn mittlerweile in Studien ermittelt wird, dass ca. 40 % der Heranwachsenden eines Jahrgangs in irgendeiner Weise verhaltensauffällig sind. Je früher derartige Störungen in der Entwicklung erkannt werden, desto leichter kann hier therapiert werden. Umso erfreulicher ist für Dr. Winter, dass im Landkreis bereits 80 % Selbstanmeldungen für seine Einrichtung erfolgen, während der Bundesdurchschnitt bei 30 % liegt.

Trotz der Erfolge der Jugendfürsorge schlagen aber auch hier die knappen finanziellen Mittel der öffentlichen Kassen und die hohen Kosten im Sozialwesen durch. Neben Mitteln des Trägers, der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V., finanziert sich der Erziehungs- und Jugendhilfeverbund Nordschwaben aus Zuwendungen von privater und institutioneller Seite sowie aus Mitteln des Landkreises und des Freistaates. Dabei betont Dr. Winter, dass staatliche Kürzungen auch hier auf der Tagesordnung stehen, allerdings nicht in dem Maße wie es in anderen Bundesländern üblich ist. „Bayern ist das einzige Bundesland, das die Jugendhilfe überhaupt noch fördert.“

Im Namen der Jungen Bürger sagten denn auch ihr Kreisrat Josef Reichensberger sowie ihr Kreisvorsitzender Ulrich Jaumann dem Leiter der Kinder- und Jugendhilfe in Nordschwaben Dr. Winter jegliche Unterstützung in den Kreisgremien zu, da diese einen unbezahlbaren Beitrag zur Zukunft des Landkreises und seiner Bürger liefert.

Text und Bild: Jürgen Raab (jr)

 

Kath. Jugendfuehrsorge
Auf dem Foto sind zu sehen (von links): Josef Reichensberger, Ulrich Murr, Christoph Bürger, Erwin Lenk, Dr. Peter Winter, Ulrich Jaumann, Josef Fackler, Alfred Raab, Erwin Michel

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