Bürgerservice und Umwelt im Auge

01.07.2006 ·

Junge Bürger auf Informationstour beim AWV

Donauwörth – Die dritte Station ihrer Informationstour durch den Landkreis zur Kreistagswahl 2008 führte die Jungen Bürger (JB) zum Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben (AWV), genauer gesagt auf die Hausmülldeponie Binsberg. Dort wurden vom stellvertretenden Werkleiter Hubert Schmid eindrucksvolle Daten und Informationen zur Deponie, aber auch zum AWV allgemein im Hinblick auf Bürgerservice, Kosten, Effizienz und natürlich Umweltschutz präsentiert.

Allein die Ausmaße beeindruckten die Kreisvorstandschaft der Jungen Bürger um Ulrich Jaumann und die beiden JB-Kreisräte Franz Oppel und Josef Reichensberger bei der Begehung der Deponie Binsberg. Stolze 10 Hektar umfasst das Gelände nördlich von Donauwörth. Dabei ist für die aktuell zweite Erweiterung ein Ablagerungsvolumen von 600.000 Kubikmeter genehmigt; bei der derzeitigen Einbringungsmenge von circa 5.000 Tonnen pro Jahr und einer vorhandenen Auslastung von 25 % beträgt die Laufzeit noch etwa 45 Jahre. In den 70er Jahren bis 1995 wurde noch der gesamte Hausmüll (circa 75.000 Tonnen pro Jahr) der Landkreise Donau-Ries und Dillingen eingebracht, mittlerweile wird dieser von recyclebaren Stoffen durch die Bürger getrennt und der thermischen Verwertung in der Verbrennungsanlage in Augsburg zugeführt. Lediglich die thermisch nicht behandelbaren Abfälle wie Dämmmaterialien, Asbest oder verunreinigter Bauschutt landen noch in der Deponie Binsberg.

Dabei wird an den modernen und umweltgerechten Deponiebau der höchste Standard gelegt. Neben geologischen Barrieren wurden verschiedene Vliesarten, Kunststoffdichtungsbahnen und Dränagen eingebaut, um ein Vordringen eventueller Rückstände in das Grundwasser zu vermeiden. Zur Kontrolle der Deponiesicherheit wurden Grundwasserbrunnen mit bis zu 100 Metern Tiefe angebracht, deren Wasser regelmäßig von unabhängigen Laboren geprüft wird.

Darüber hinaus wird das Sickerwasser aus der Dränage in einer entsprechenden Anlage aufbereitet und durch Umkehrosmose gereinigt. Das gereinigte Sickerwasser wird anschließend in die nahe Wörnitz geleitet.

Da bei der Deponierung der Abfälle auch Gas entsteht, wird weiterhin in einer entsprechenden Anlage Aktiventgasung betrieben. Diese Entgasung lieferte bis 2003 sogar Strom (entsprach dem Verbrauch von 40 Haushalten).

Und schließlich befindet sich auf dem Areal der Deponie auch die Umladestation für den Restmüll, der zur Müllverbrennung transportiert wird. Dies ist wirtschaftlich äußerst sinnvoll, denn statt mit den einzelnen Müllfahrzeugen mit circa sechs Tonnen nach Augsburg zu fahren, bringen es die in Binsberg beladenen LKW`s auf 40 Tonnen pro Fahrt.

Dass die Müllentsorgung mittlerweile ein lukratives Geschäft ist, zeigen die Betriebskosten in Höhe von circa 1,5 Millionen Euro jährlich, bei einem Investitionsvolumen seit 1990 in Höhe von 12 Millionen Euro.

Nichtsdestotrotz kann, laut stellvertretendem Werkleiter Hubert Schmid, durch effizientes Arbeiten und die verursachergerechte Bezahlung den Bürgerinnen und Bürgern im Vergleich zu anderen Landkreisen ein kostengünstiger und komfortabler Service seitens des AWV geboten werden.

Zur Sicherung dieses Bürgerservices konnten Hubert Schmid und JB-Kreisrat Josef Reichensberger, der gleichzeitig Verbandsrat im AWV ist, denn auch ein aktuelles Vorhaben des AWV präsentieren: ein „Notfalllager“ wird auf der Deponie eingerichtet; dieses Lager soll bei einem Ausfall der Verbrennungsanlage oder ähnlichen Störungen für etwa sechs bis acht Wochen als Zwischenlager für den Restmüll der Haushalte dienen, damit auch in diesen Fällen die Müllentsorgung sichergestellt ist.

Text und Bild: Jürgen Raab (jr)

 

Auf dem Foto sind zu sehen (von links): Tanja Furtmeier, Wolfgang Neuber, Ulrich Jaumann, Franz Oppel, Ulrich Murr, Josef Reichensberger, Hubert Schmid

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